Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hat die Erforschung der optimalen Sitzposition den Radsport auf allen Ebenen revolutioniert. Freizeitradsportler und Profis erleiden weniger Verletzungen, genissen komfortableres Fahren und erbringen höhere Leistungen als je zuvor – schlicht durch Optimierung ihrer Sitzposition und der Schnittstellen zwischen Fahrer und Rad.
Bislang war die individuelle Optimierung dieser Faktoren eine zeitraubende und teure Angelegenheit. Durch neue, intelligente Vermessungsgrundlagen konnten die Verfahren erheblich rationalisiert werden. Daher kann heute jeder Radsportler sehr einfach von den Forschungsergebnissen profitieren, die in den letzten Jahrzehnten erzielt wurden.
Während der 70er Jahren bewiesen erste wissenschaftliche Versuchsreihen zur Biomechanik beim Radfahren, dass man schon mit geringfügigen Positionsanpassung eine beträchtliche Zunahme an Komfort und Leistung erzielen kann. Somit wetteiferten Teamchefs, Ärzte und Athleten darum, das Potential der idealen Sitzposition im Hinblick auf maximale Performance zu nutzen.
Vor diesem Hintergrund erwarb sich der Radsportler und Mediziner Dr. Andy Pruitt in der Radsportwelt schnell den Ruf als herausragender Experte. Er konzentrierte sich auf die Grundlagenforschung in Sachen Ergonomie und Sportmedizin im Radsport. Als Trainer, Direktor des Boulder Center für Sportmedizin (BCSM) in Boulder Colorado und als medizinischer Leiter des US-amerikanischen Radteams bei den Olympischen Spielen 96, behandelte er tausende von Radsportlern und beriet sie im Hinblick auf ihre individuell optimale Sitzposition.
Etwa zur selben Zeit hatte Specialized begonnen, sich mit den gesundheitlichen Beschwerden durch Radfahren zu beschäftigen. Denn zeitgleich mi der raschen Verbreitung des Radsports in den USA, stellten Physiotherapeuten und Mediziner dieselben Beschwerden bei Radsportlern im ganzen Land fest: Sehnenentzündungen, Rückenschmerzen und Taubheitsgefühl in Händen und Füssen. Bei Specialized war man sicher, dass es Sinn machte, viel Zeit und Arbeit in die Erforschung dieser Zusammenhänge zu investieren.
„Das ganze entwickelte sich aus meiner 30 jährigen Erfahrung als Mediziner im Radsportbereich“, so Pruitt. “Auf der Basis der Erfahrungen, die wir durch die Behandlung von Tausenden von Radsportlern gesammelt hatten, ergaben sich Veriabeln die man früher aus Unwissenheit schlicht ignoriert hatte;“ Anfang der neunziger Jahre hatte man die individuell beste Position des Sattels zum Tretlager und vom Lenker zum Sattel als die entscheidenden (und einzigen) Faktoren der optimalen Sitzpositionen angenommen. „Traditionell betrachtet man bei der Optimierung der Sitzposition nur die Seitenansicht“ erklärt Pruitt, und fügt hinzu, dass einem erst die Betrachtung des Fahrers von vorne und hinten in die Lage versetzt, auf die wichtigen individuellen Besonderheiten des einzelnen Radsportlers einzugehen.
Dr. Pruitt, der Anfang der neunziger Jahre bei Lance Armstrong das sogenannte Wirbelgleiten diagnostizierte, fand in Tests mit dem 7 maligen Tour Champion heraus, dass die Höhe des Fahrers weniger ausschlaggebend ist als seine Breite. Für die Windschlüpfigkeit war es also besser sich schal zu machen, als sich flach auf den Rahmen zu legen. Mit diesen Erkenntnissen konnte Pruitt Armstrongs Sitzposition so ausbalancieren, dass dieser die perfekte Mischung aus Aerodynamik uns ausreichender Sauerstoffversorgung erhielt.
Eddy Merckx, wohl der beste Radsportler aller Zeiten, hatte jederzeit einen Inbusschlüssel in der Trikotasche, um damit die Sattelhöhe mehrmals täglich minimal zu verstellen, sogar während der Rennen.
Gerüchte besagten damals dass Merckx sich so um deine Sitzposition kümmerte, weil er unter starken Schmerzen infolge einer Sturzverletzung litt. Mittlerweile ist aber bekannt, dass eine damals unentdeckte körperliche Anomalie ihm während seiner gesamten Karriere Probleme bereitete. Vor einigen Jahren brachte Eddy seinen Sohn Axel, heut selbst ein erfolgreicher Ex-Radprofi in Dr. Pruitts Praxis. Er untersuchte den jungen Rennfahrer und stieß auf eine signifikante Beinlängendifferenz, hauptsächlich am Oberschenkel. Pruitt stellte weiterhin fest dass dies bei Eddy genauso war – und auf einmal wusste er warum er all die Jahre so unkomfortabel auf seiner Maschine gesessen hatte. Durch optimal eingestellte Pedalplatten konnte Pruitt dem jungen Merckx helfen. Worauf ihn Eddy scherzhaft fragte: „ Wo waren Sie, als ich Rennen fuhr.“
Andy Pruitt ist überzeugt, dass Radfahren eigentlich keinen Spaß macht, wenn man unbequem sitzt. Außerdem ist eine optimale Sitzposition die absolute Grundvoraussetzung für maximale Leistungsfähigkeit und Effizienz. Und wer möchte auch nur ein einziger hart erarbeitetes Watt Leistung vergeuden, nur weil sein Bike nicht richtig angepasst ist. Die Grenze zwischen Komfort- und Effizienzgewinn ist häufig fließend und öfters als gemeinhin angenommen kann man sogar miteinander verknüpfen.
In den Genuss der beschriebenen Vorteile, vor allem verbesserter Leistung und erhöhten Komforts, von denen einigen zuvor nur durch die Hilfe eines Spezialisten wie Dr. Pruitt zu erzielen waren, kann man nun einfach durch einen Besuch bei uns kommen.